Abbruch des Pflegeverhältnisses

Natürlich sollte in erster Linie am Fortbestehen des Pflegeverhältnisses gearbeitet werden, damit das ohnehin traumatisierte Kind nicht weitere Trennungen erleiden muss. Hierzu stehen vielfältige Hilfsangebote zur Verfügung, welche individuell herausgefunden und eingesetzt werden können.

Prävention.

Wünschenswert ist natürlich, dass bei hochproblematischen Pflegeverhältnissen rechtzeitig nach Problemlösungen gesucht wird und professionelle Hilfe auch angenommen wird. Dies gestaltet sich oftmals problematisch, da gerade in schwierigen Situationen kein "Licht am Ende des Tunnels" gesehen werden kann und sich eine gewissen Betriebsblindheit einstellt, da man seine ganze Kraft braucht, damit der Alltag funktioniert.

Gründe für einen nötigen Abbruch.

Pflegeverhältnisse können aus folgenden Gründen abgebrochen werden:

  • unaufhebbare Spannungen zwischen Pflegekind und Pflegefamilie
  • unlösbare Schwierigkeiten (z.B. in der Pubertät)
  • Angst, massive Aggression und Feindseligkeit
  • Anhäufung von massiven Alltagsproblemen
  • Beendigung der Hilfe zur Erziehung
  • Herausnahme des Pflegekindes aus der Pflegefamilie

Der Pflegeabbruch ist jedoch nur das äußerlich sichtbare Zeugnis einer gescheiterten Pflegschaft. Die Zahl gescheiterter Pflegeverhältnisse, die nicht zur Trennung bzw. zum Abbruch geführt hat, bleibt in jeder Statistik unberücksichtigt.

Das Scheitern erkennen.

Natürlich ist es für Pflegefamilien sehr schmerzhaft, einzusehen, dass das Pflegeverhältnis beendet werden muss. Die Pflegeeltern sehen alle ihre Bemühungen als gescheitert an. Allerdings ist es für alle Beteiligten besser, sich das Scheitern eines Pflegeverhältnisses einzugestehen, statt das Pflegeverhältnis aufrecht zu erhalten, um das Gesicht zu wahren. Nur so kann nach Alternativen gesucht werden, die alle Familienmitglieder annehmen und unterstützen können.